Liberalisierung des Postmarktes.
23. April 2009
Ich freue mich unseren Gastblogger Dr. Georg Krause, Deloitte Consulting, begrüßen zu dürfen.
In den Medien und teilweise auch in den Kommentaren zu Ihrem Blog wird eine Diskussion über die Österreichische Post insbesondere die Schließung der Postämter geführt, die manchmal den Anschein erweckt, als wäre die Situation in Österreich einzigartig und die Post-Manager –oder wer immer- schuld daran, dass sich die Post in dieser Situation befindet.
Wir von Deloitte beraten in vielen Ländern der Welt die jeweiligen Postunternehmen (UK, Deutschland, Holland, Frankreich, Belgien, USA, Australien, etc) und sehen, dass durch die Liberalisierung große Veränderungen stattfinden, auf die die Post selber aber auch der Gesetzgeber entsprechend reagieren müssen. Dazu einige Fakten als Denkanstöße:
1) Eigenbetriebene Poststellen nach der Liberalisierung


Die Umwandlung von eigenbetriebenen Postämtern zu Postagenturen/Post.Partnern ist daher eine internationale Entwicklung, da sich das Geschäft der Post gewandelt hat. Der Einzelbrief hat drastisch an Bedeutung verloren, die Anzahl der Besuche im Postamt und die Inanspruchnahme der Leistungen im Postamt hat sich entsprechend reduziert.
2) Die Liberalisierung 2006 hat die Royal Mail (also quasi die Post in UK) binnen 2 Jahren an den Rande des Ruins getrieben. Die Altlasten aus Pensionsverpflichtungen, sowie die bestehende Infrastruktur und die Vorschriften des Regulators insbesondere hinsichtlich Zutritt für Mitbewerber zum Netzwerk der Post haben die britische Post binnen kürzester Zeit zu einem Verlustbringer gemacht, der ohne Partner nicht mehr lebensfähigt ist. (s. dazu Studie „Modernise or decline“ vom 16.12.2008)
Die Schaffung von Rahmenbedingungen durch Gesetzgeber und Regulator in Österreich ist mit dem erforderlichem Augenmaß durchzuführen, sonst droht eine ähnliche Entwicklung auch in Österreich.
3) Die oft befürchtete Verschlechterung der Basisleistungen der Post wird nicht stattfinden, da die wesentlichen Parameter der sogenannten Universaldienstes (wie z.B. Zustellung 5 mal pro Woche) auf EU Ebene auch für die Zeit nach der Liberalisierung festgeschrieben sind. Allerdings zeigt sich in den liberalisierten Ländern, dass sich die Mitbewerber auf das Geschäft mit den Firmenkunden konzentrieren, wo große Mengen zu „holen“ sind. Dadurch findet dort ein Preiskampf statt, während im Privatkundengeschäft (Einzelbriefe) tendenziell die Preise nach oben gehen.
Dr. Georg Krause, Deloitte Consulting
In den Medien und teilweise auch in den Kommentaren zu Ihrem Blog wird eine Diskussion über die Österreichische Post insbesondere die Schließung der Postämter geführt, die manchmal den Anschein erweckt, als wäre die Situation in Österreich einzigartig und die Post-Manager –oder wer immer- schuld daran, dass sich die Post in dieser Situation befindet.
Wir von Deloitte beraten in vielen Ländern der Welt die jeweiligen Postunternehmen (UK, Deutschland, Holland, Frankreich, Belgien, USA, Australien, etc) und sehen, dass durch die Liberalisierung große Veränderungen stattfinden, auf die die Post selber aber auch der Gesetzgeber entsprechend reagieren müssen. Dazu einige Fakten als Denkanstöße:
1) Eigenbetriebene Poststellen nach der Liberalisierung

Die Umwandlung von eigenbetriebenen Postämtern zu Postagenturen/Post.Partnern ist daher eine internationale Entwicklung, da sich das Geschäft der Post gewandelt hat. Der Einzelbrief hat drastisch an Bedeutung verloren, die Anzahl der Besuche im Postamt und die Inanspruchnahme der Leistungen im Postamt hat sich entsprechend reduziert.
2) Die Liberalisierung 2006 hat die Royal Mail (also quasi die Post in UK) binnen 2 Jahren an den Rande des Ruins getrieben. Die Altlasten aus Pensionsverpflichtungen, sowie die bestehende Infrastruktur und die Vorschriften des Regulators insbesondere hinsichtlich Zutritt für Mitbewerber zum Netzwerk der Post haben die britische Post binnen kürzester Zeit zu einem Verlustbringer gemacht, der ohne Partner nicht mehr lebensfähigt ist. (s. dazu Studie „Modernise or decline“ vom 16.12.2008)
Die Schaffung von Rahmenbedingungen durch Gesetzgeber und Regulator in Österreich ist mit dem erforderlichem Augenmaß durchzuführen, sonst droht eine ähnliche Entwicklung auch in Österreich.
3) Die oft befürchtete Verschlechterung der Basisleistungen der Post wird nicht stattfinden, da die wesentlichen Parameter der sogenannten Universaldienstes (wie z.B. Zustellung 5 mal pro Woche) auf EU Ebene auch für die Zeit nach der Liberalisierung festgeschrieben sind. Allerdings zeigt sich in den liberalisierten Ländern, dass sich die Mitbewerber auf das Geschäft mit den Firmenkunden konzentrieren, wo große Mengen zu „holen“ sind. Dadurch findet dort ein Preiskampf statt, während im Privatkundengeschäft (Einzelbriefe) tendenziell die Preise nach oben gehen.
Dr. Georg Krause, Deloitte Consulting

Kommentar verfassen