Warum müssen die Postämter überhaupt geschlossen werden?
5. März 2009
Sie können mir glauben, diese Frage habe ich in den letzten Tagen sicher an die hundert Mal beantworten müssen und ich gebe immer dieselbe einfache Antwort: weil sie sich nicht rechnen.
Sie können sicher sein, wenn wir einen Weg wüssten, die Postämter rentabel zu gestalten, würden wir dies machen. Aber in allen Ländern, in denen die Liberalisierung des Postmarktes bisher stattgefunden hat oder vorbereitet wurde, musste die Post ihre eigenbetriebenen Poststellen reduzieren. In Ländern wie Finnland, UK und auch Schweden wird mehr als 80% des Filialnetzes über alternative Betreibermodelle angeboten.
Kein Unternehmen kann es sich erlauben, dauerhaft Leistungen bereitzustellen, die Verluste erwirtschaften. Die Post.Partner bieten vergleichbare Leistungen mit besseren Öffnungszeiten zu weitaus geringeren Kosten. In manchen Postämtern ist das Arbeitsaufkommen so gering, dass die Arbeit in einer Stunde erledigt werden kann. Da ist es doch für alle vorteilhaft, wenn diese Arbeiten durch einen Einzelhändler, einen Apotheker oder einen anderen Betrieb im Ort „mitgemacht“ werden. Die Bevölkerung profitiert durch kurze Wege und bessere Öffnungszeiten, der Einzelhandel durch zusätzliche Umsätze, die helfen seine Existenz zu sichern, und wir können unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
Viele Freunde und Bekannte von mir sind auch über die Situation mit den gelben Zetteln sehr unglücklich. Manche müssen sich sogar Urlaub nehmen, um ihre Briefe abzuholen. Deshalb ist es gerade für berufstätige Menschen ein enormer Komfortgewinn im Leben, wenn sie auch abends oder samstags ihre Post abholen können.
Ich frage mich angesichts mancher Reaktionen, warum das Thema der Postamtsschließungen so emotional besetzt ist. Noch dazu wo es gelungen ist, Kündigungen zu vermeiden, die Dichte der Poststellen zu steigern und die wirtschaftlichen Anforderungen an die Post umzusetzen.
Vielleicht ist die Notwendigkeit für die Veränderungen, für den Wandel noch nicht überall in der Klarheit angekommen oder akzeptiert worden. Vielleicht wurde das Thema auch noch nicht ausreichend kommuniziert und erklärt.
Schreiben Sie mir doch Ihre Meinung zu diesem Thema!
Sie können sicher sein, wenn wir einen Weg wüssten, die Postämter rentabel zu gestalten, würden wir dies machen. Aber in allen Ländern, in denen die Liberalisierung des Postmarktes bisher stattgefunden hat oder vorbereitet wurde, musste die Post ihre eigenbetriebenen Poststellen reduzieren. In Ländern wie Finnland, UK und auch Schweden wird mehr als 80% des Filialnetzes über alternative Betreibermodelle angeboten.
Kein Unternehmen kann es sich erlauben, dauerhaft Leistungen bereitzustellen, die Verluste erwirtschaften. Die Post.Partner bieten vergleichbare Leistungen mit besseren Öffnungszeiten zu weitaus geringeren Kosten. In manchen Postämtern ist das Arbeitsaufkommen so gering, dass die Arbeit in einer Stunde erledigt werden kann. Da ist es doch für alle vorteilhaft, wenn diese Arbeiten durch einen Einzelhändler, einen Apotheker oder einen anderen Betrieb im Ort „mitgemacht“ werden. Die Bevölkerung profitiert durch kurze Wege und bessere Öffnungszeiten, der Einzelhandel durch zusätzliche Umsätze, die helfen seine Existenz zu sichern, und wir können unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
Viele Freunde und Bekannte von mir sind auch über die Situation mit den gelben Zetteln sehr unglücklich. Manche müssen sich sogar Urlaub nehmen, um ihre Briefe abzuholen. Deshalb ist es gerade für berufstätige Menschen ein enormer Komfortgewinn im Leben, wenn sie auch abends oder samstags ihre Post abholen können.
Ich frage mich angesichts mancher Reaktionen, warum das Thema der Postamtsschließungen so emotional besetzt ist. Noch dazu wo es gelungen ist, Kündigungen zu vermeiden, die Dichte der Poststellen zu steigern und die wirtschaftlichen Anforderungen an die Post umzusetzen.
Vielleicht ist die Notwendigkeit für die Veränderungen, für den Wandel noch nicht überall in der Klarheit angekommen oder akzeptiert worden. Vielleicht wurde das Thema auch noch nicht ausreichend kommuniziert und erklärt.
Schreiben Sie mir doch Ihre Meinung zu diesem Thema!

10 Kommentare
Ich bin ohnehin sauer, weil die Öffnungszeiten der Postämter einfach eine Katastrophe sind....
von Gast am 6. März 2009 | #
von Tom am 7. März 2009 | #
Warum sich manche Postfilialen nicht mehr rechnen ist mir ein Rätsel. Meiner Meinung nach sind viele Postfilialen ganz einfach unterbesetzt und haben alte Räumlichkeiten und müssen für diese sehr viel Miete hinblättern. Es wäre ganz einfach auf diese teuren Mietflächen zu verzichten. Weiters wäre es aus Sicht der Postkunden natürlich besser, wenn man doch einmal mehr als zwei Schalter öffnen könnte. Es macht ja kein besonderes Bild, wenn mehr Schalter geschlossen bleiben als definitiv offen sind. Sie als Vorstandsmitglied sind natürlich auch den Aktienbesitzern verantwortlich, aber viel mehr Ihren Mitarbeitern vor Ort. Es wird sicherlich nicht fördernd für die vielen Postbediensteten sein, wenn man sich nicht mehr auf sein Unternehmen verlassen kann. Es hat sich leider in den letzten Jahren herausgestellt, das man mehr auf die guten Zahlen für die Aktienbesitzer schaut und nicht auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter. Ich möchte Ihnen nur sagen, das ich selber Aktien der Post besitze, und natürlich bin ich froh über die gute Dividende vom letzten Jahr. Aber ich muss mich trotzdem selber fragen ob man mit solchen Plänen wirklich mehr erwirtschaften kann. Diese Woche waren die Medien voll von den Meldungen von Postfilialen die geschlossen werden sollen. Ein schon bestehender Postpartner hat im Fernsehen gesagt, er würde gut 10.000 Euro im Jahr verdienen, aber nicht die von Ihnen versprochenen 15.000 Euro. Jetzt frage ich mich wer arbeitet mit den richtigen Zahlen? Was mir noch aufgefallen ist, was passiert wen ein Postpartner doch nicht mit seinem Umsatz zufrieden ist, und diese Funktion, die gerade im ländlichen Bereich, sehr wichtig für die Infrastruktur ist, die Postpartnerfunktion nicht weitermachen will. Wird man von Seiten der Post neue Postpartner suchen? Wenn man dann die ganze Gemeinde durch hat, dann wird man vielleicht sagen, das man alles versucht hat, aber leider niemanden mehr gefunden hätte. Aber dann treibt man auch die Menschen natürlich zu den privaten Anbietern. Ich hoffe Sie überdenken nach meinen Zeilen Ihre Entscheidungen. lg ein Betroffener
von 1966@chello.at am 7. März 2009 | #
von anja am 8. März 2009 | #
Die eingesparten Mitarbeiter könnte man gleich einsetzen um Pakete die man aufgeben will beim Kunden abzuholen, das machen FedEx, UPS, DHL seit 50 Jahren.
Paketzustellung am Samstag... Die haben den Quelle Auftrag nur verloren weil sie nicht am Samstag zustellen wollen.
Innovation ist halt ein Fremdwort bei der Post!
von Anonym am 9. März 2009 | #
Vielen Dank für ihr ausführliches Statement. Ich möchte gerne ihren Fragen einen eigenen Beitrag widmen.
Liebe Grüße
von Herbert Götz am 10. März 2009 | #
Es freud mich sehr von Ihnen eine Antwort zu bekommen. Ich hätte mir gedacht, das dieser Beitrag von der Seite gelöscht würde. Da ich sowieso über kurz oder lang in diesem Unternehmen, weil ich ein Beamter bin, nicht mehr akzebtabel bin, und sowieso auf der Abschußliste stehe, weil wir Beamte nicht mehr in dieses Gefüge passen, aber über viele Jahre dieses Unternehmen gestärckt haben und jetzt (KEC) abgeschoben werden. Natürlich verfolge ich die Berichterstattung im ORF über die Zustände im KEC, mir wurde übel, wie man mit Mitarbeitern in diesem Unternehmen umgeht. Natürlich habe auch ich und auch meine Kollegen kontakt mit Betroffenen. Es hat mich sehr gefreud, das die zuständige Ministerin sich doch eingesetzt hat das diese Missstände beseitigt werden. Mir als Beamter ist auch klar, das wenn ich mit irgendwelchen Medien darüber sprechen würde, ich über meine Zukunft in diesem Unternehmen nicht mehr nachdenken müsste. Vielleicht kann man doch eine Lösung finden, das man nicht nur auf die Zahlen für die Aktionäre schaut, sondern doch noch den Menschen in der Gestalt als Mitarbeiter und auch auf die betroffenen Familien schauen könnte. lg 1966@chello.at
von 1966@chello.at am 11. März 2009 | #
Österreicher überlegt euch mal, die Post versucht uns Bürgern entgegenzukommen. Öffnungszeiten der Post am Samstag!!! Die Nahversorgung ist garantiert und ich denke wir können uns auch auf qualitativ bessere Kundenbetreuung freuen. Ein Einzelhändler, Apotheker oder Trafikant ist KEIN Angestellter, sondern ein Selbständiger und gibt mehr als 100% für seinen Job.
Liebe Grüße aus dem Burgenland.
von C.S. am 17. März 2009 | #
Als Österreich Interessiere Holländer kann ich sagen dass hier in die Niederlande dass letzte Postamt zusperrt. Postfilialen kommen unter anderem in Supermärkte, Apotheken, Buchfachhandlung, usw. Hier ist ab 01.04.2009 die Postmarkt völlig Liberalisiert
von Pierre Breevaart am 10. April 2009 | #
von Pierre Breevaart am 10. April 2009 | #